Am Freitag, 30. Oktober ehrte der KZ-Verband/VdA Oberösterreich bei den Denkmälern am Welser Friedhof und beim Denkmal Laakirchen die ermordeten österreichischen Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer mit Kränzen und Blumen.

Ehrung am Friedhof Wels

 

Nach einer Verhaftungswelle im Frühjahr 1941 wurde die Landesleitung der illegalen KP Oberösterreich 1942 von Linz nach Wels verlegt. An ihrer Spitze standen Hermann Höllermann, Karl Scharrer, Karl Mischka und Ludwig Hartl.

Sehr viele der Welser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer wurden am 7. September 1944 im Zuge der Zerschlagung der „Welser Gruppe“ verhaftet, die Männer kamen großteils unmittelbar in das KZ Mauthausen, die Frauen in das Frauengefängnis Kaplanhofstraße in Linz.

Die Bezeichnung „Welser Gruppe“ stammt von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Die Gestapo berichtet im September 1944 über den „Stand der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs, Gebiet Oberdonau“. Aus der Gestapo Planskizze geht hervor, daß in dieser Organisation 158 Männer und Frauen tätig waren und verhaftet wurden. Diese Widerstandsorganisation war in den Gemeinden Ebensee, Gmunden, Gschwandt, Laakirchen, Lambach, Linz, Steyr, Stadl-Paura und Wels verankert. In diesen Orten gab es in den wichtigsten Betrieben illegale Gruppen. Die Widerstandsorganisation umfasste Menschen unterschiedlicher politischer Gesinnung, Kommunisten, Revolutionäre Sozialisten, Katholiken, ehemalige Anhänger der großdeutschen Bewegung und Angehörige des Heimatschutzes wobei jedoch die Kommunisten die führende Rolle einnahmen. Mehr als 40 Prozent der verhafteten Männer und Frauen dieser Organisation starben bei den Verhören der Gestapo, bei Folterungen in den Konzentrationslagern, bei Erschießungen, in der Gaskammer oder bei US-Bombenangriffen auf Linz.

Diejenigen der Welser Gruppe, die die Torturen und Qualen bis knapp vor Kriegsende in Mauthausen überlebten, wurden auf direkten Befehl des Nazi-Gauleiters von Oberdonau in der Gaskammer von Mauthausen am 28. April 1945, einen Tag nach der Proklamation der Unabhängigkeitserklärung und Regierungsbildung vom 27. April 1945 in Wien, ermordet. Danach wurde die Gaskammer abmontiert. Der Mordbefehl wurde auch andernorts, so in Schörgenhub und Treffling ausgeführt. Nur der Welser Widerstandskämpfer Richard Dietl konnte sich der Ermordung in der Gaskammer mithilfe des Lagerwiderstands im Sanitätslager unter der Leitung von Bruno Baum, entziehen und in seinem unmittelbar nach der Befreiung erschienen Bericht über Kampf und Leid der Widerstandskämpfer in Mauthausen berichten.

Die Welser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer nahmen die größten Opfer auf sich, um jenen Beitrag zur Abschüttelung der deutschen Fremdherrschaft zu leisten, den die Moskauer Deklaration im Oktober 1943 vom österreichischen Volk einforderte.

 

Ehrung in Laakirchen

Die Stadt Laakirchen gehört zu jenen Städten und Gemeinden in Österreich, in denen mutige Bürgerinnen und Bürger Widerstand gegen den Hitler-Faschismus geleistet haben. Sie setzten sich unter großen persönlichen Risiken für Freiheit, Demokratie und die Befreiung Österreichs von der deutschen Fremdherrschaft ein.

Nach der Befreiung 1945 waren die politisch Verantwortlichen in Laakirchen zu Recht stolz auf diesen Mut. Als sichtbares Zeichen des Gedenkens wurde im Park beim Hauptplatz ein Denkmal-Ensemble errichtet: das Kriegerdenkmal sowie ein vier Meter hoher Pfeiler mit Gedenktafel, Kranzkonsole und Opferschale für die ermordeten Widerstandskämpfer.

Die Namen auf der Gedenktafel sind die Namen von Gemeindebürgern aus Laakirchen, Widerstandskämpfern, die in ihrem unmittelbaren Umfeld und in ihren Betrieben mutig gegen das NS-Regime aufgetreten sind. Acht der neun genannten Widerstandskämpfer waren Teil der oberösterreichweit aktiven sogenannten „Welser Gruppe“, die vor allem in Industriebetrieben organisiert war – in Laakirchen insbesondere in der Papierfabrik Steyrermühl. Diese Widerstandskämpfer leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Befreiung Österreichs, wie sie in der Moskauer Deklaration von 1943 von den Alliierten ausdrücklich eingefordert wurde. Sie gaben ihr Leben im Kampf für ein freies und unabhängiges Österreichs.

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