Der spanische Bürgerkrieg, die Verteidigung der demokratischen Spanischen Republik durch die antifaschistische Volksfront, dessen Ausbruch sich heuer zum neunzigsten Mal jährt, war ein Ereignis von internationaler Bedeutung.

Neben der bulgarischen (im September 1923) und der österreichischen (im Februar 1934) gehörte die spanische Arbeiterbewegung zu den ersten politischen Kräften in Europa, die sich auch mit der Waffe in der Hand gegen die Machtergreifung durch den Faschismus zur Wehr setzten.

Das entscheidende Ereignis im Vorfeld des Bürgerkrieges waren die Parlamentswahlen vom 16. Februar 1936. Sie endeten mit einem großen Sieg der Parteien der republikanischen antifaschistischen Volksfront (Sozialistische Partei, Kommunistische Partei, bürgerliche Linksrepublikaner, katalanische Linke). Die stärkste Fraktion der Volksfrontparteien stellten mit 90 Abgeordneten die Sozialisten, die Kommunisten zogen mit 16 Abgeordneten in das Parlament ein.

Die neue Volksfrontregierung garantierte auf der Grundlage der Verfassung von 1931 die Wiederherstellung der Autonomie Kataloniens und begann mit der Verwirklichung bürgerlich-demokratischer Reformen: Amnestie der politischen Gefangenen, Trennung von Kirche und Staat, Landverteilung an 100.000 Bauern, Reform der Sozialgesetzgebung, demokratische Bildungsreform, Einführung des Frauenwahlrechts.

Am 17. Juli 1936 begann unter der Führung der rechten Generäle Franco und Mola ein, bereits längere Zeit geplanter und organisierter faschistischer Militärputsch, der sofort von Italien und Deutschland mit Kriegsmaterial in großem Umfang unterstützt wurde. Dadurch kam es zur Auslösung des national-revolutionären Krieges des spanischen Volkes, der sich sowohl gegen die faschistisch-monarchistischen Putschisten im Innern als auch gegen die Intervention Mussolini-Italiens und Hitler-Deutschlands richtete.

In der Anfangsphase drohte den Putschisten die Niederlage. Der rechte Putsch wurde in Madrid, Barcelona und vielen anderen Städten binnen weniger Tage niedergeworfen. Innerhalb weniger Tage befanden sich drei Viertel des Landes fest in der Hand der Volksfront.

Mit enormen Kräften – Mannschaften und Offizieren, Waffen aller Art, Flugzeugen und Kriegsschiffen und großzügiger finanzieller Unterstützung – kamen Italien und Deutschland den Franco-Faschisten zu Hilfe. Am Höhepunkt der Intervention kämpften etwa 330.000 italienische und 16.000 deutsche Soldaten, ausgerüstet mit modernsten Waffen, auf Seiten der spanischen Reaktion.

Am 9. September 1936 wurde ein internationales Nichteinmischungskomitee gebildet, dem 27 Staaten angehörten, darunter Frankreich, Großbritannien, die UdSSR und auch die faschistischen Staaten Deutschland und Italien. Während sich das Deutsche Reich und Italien nicht einen Tag an die beschlossene „Nichteinmischung“ hielten, boykottierten die meisten „demokratischen“ Staaten Europas von nun an die gewählte Regierung der Spanischen Republik.

Die Sowjetunion hingegen scherte bereits nach kurzer Zeit aus dem Kreis der „Nichteinmischung“ aus und unterstützte das demokratische Spanien mit einem Kredit von 85 Millionen Rubel, sendete Schiffe mit Lebensmitteln, Medikamenten, Waffen, Flugzeugen und militärischen Beratern. Insgesamt kamen 2.500 sowjetische Freiwillige nach Spanien, in der Hauptsache Piloten, Panzerbesatzungen und Stabsoffiziere. Ein weiterer Staat, der Spanien offiziell unterstützte, war das demokratische Mexiko.

Im November 1936 begannen die Franco-Truppen eine Offensive gegen Madrid. Die spanische Hauptstadt sollte von vier militärischen Kolonnen und einer „Fünften Kolonne“ – faschistischen Saboteuren im republikanischen Hinterland – und unterstützt durch Bombardierungen der Zivilbevölkerung blitzartig erobert werden.

Aber Madrid, dessen Stadtrand von den Angreifern bereits erreicht war, leistete erbitterten Widerstand unter der Losung „No pasaran!“ („Sie kommen nicht durch!“).

Am 8. November 1936 zogen die ersten Interbrigadisten in Madrid ein und nahmen an der erfolgreichen Verteidigung Madrids teil. In der Folgezeit wuchsen die Freiwilligen aus allen Teilen der Welt auf etwa 36.000 an, darunter nahezu 1.400 Österreicher, die sich unter oft abenteuerlichen Umständen nach Spanien durchschlugen, um der Volksfrontregierung und dem spanischen Volk beizustehen.

Am Mittwoch, den 16. September 2026 wird sich daher die Veranstaltung des KZ-Verband/VdA Oberösterreich im Linzer Volkshaus Keferfeld mit diesen Ereignissen und mit der Beteiligung zahlreicher oberösterreichischer Internationalisten an diesem Befreiungskampf beschäftigen.

 

Vorträge:

  • Der national-revolutionäre Krieg des spanischen Volkes 1936-1939
    Ursachen, Verlauf und Auswirkungen
  • Von der Donau an den Ebro
    Oberösterreicher im Kampf gegen Franco

Eine Veranstaltung des KZ-Verband/VdA Oberösterreich im Gedenken an den internationalen antifaschistischen Widerstand. Musikalisch begleitet von BettyRossa & Kapelle.

Mittwoch, 16. September 2026
Einlass: 18:00 Uhr / Beginn: 18:30 Uhr
Volkshaus Keferfeld-Oed – Kleiner Saal, Landwiedstr. 65, 4020 Linz

Um Anmeldung mittels des Kontaktformulars wird gebeten.

 

Veranstaltung 90 Jahre Internationale Brigaden am 16. September 2026 in Linz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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